Ich war bei Grönemeyer

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Abendstimmung über München. Pilgerströme zur Olympiahalle. Sonnenuntergang. Sie wollen ihn sehen. Und hören. Einlass. Die Halle ist stockduster. Nur die Getränkestände schwach beleuchtet. Wo mag es hingehen? Wo mögen die Plätze sein? Man sieht fast nichts. Langsam gewöhnen sich die Augen an die Finsternis. Gefunden. Die Sicht auf die Bühne ist gut, die Halle erst zur Hälfte gefüllt.

Ausverkauft. Zusatzkonzert. Mit fünfzehn Minuten Verspätung geht’s los. Immer noch Dunkelheit. Grubenlampen flackern auf. Bewegen sich. Die Augen suchen. „Unter Tage“ der erste Song. Gespielt im Dunkeln. Man hört die unverwechselbare Stimme. Nur die Stecklichter der Band flackern in der Finsternis. Dann flammendes Scheinwerferlicht! Der Song ist zu Ende und er ist sichtbar da! Die Halle feiert ihn. Die neuen Songs. Schön, aber noch nicht vertraut.

Noch nicht textsicher. Anders die „echten“ Fans. Die, die seit Jahren kommen. Seit Jahrzehnten. Spätestens bei „Bochum“ hat er sie alle. Es gibt kein Halten mehr. „Männer“, „Alkohol“ Ein Feuerwerk seiner Klassiker.

Grandiose Stimmung. Meine Sitznachbarin wild tanzend. Entfesselt. Die Arme schleuderten in meine Richtung. Mehr als Zehntausend im Ausnahmezustand. Gänsehaut pur. Eine unfassbare Rampensau. Mein erstes Mal. Ich bin fasziniert. 59 Jahre. Gekleidet ganz in schwarz. Weiße Sneakers. Energie pur! Wahnsinn. Zweieinhalb Stunden ohne Pause. Tanzend, rennend, hüpfend. Immer in Bewegung. Ein Feuerwerk.

Die leisen Töne. Beseelt. „Flugzeuge im Bauch“ als Neuinterpretation. Beschränkt auf Kontrabass, Klavier und Akustikgitarre. Pop-Poet. Ohne Frage.

„Der Weg“ . Stille. Intime Momente. Als sei er alleine auf dieser Welt. Gänsehaut pur. Und dann wieder Party. Im ständigen Dialog mit den Fans. Das Gefühl persönlicher Ansprache. Frische und Selbstironie. Tanzbär der Nation. Koketterie und Faxen: „Ich singe viel falsch aber ich bin bester Dinge“ – und schwingt eindrucksvoll die Hüften. Die Herbie – Moves. Laszives Po-wackeln. Grinsen. Er und seine Fans. Mehr braucht es nicht. Kein „durch die Halle schweben erforderlich“. Keine spezial Effects nötig. Er ist authentisch. Unfassbar echt. Und er hat sichtlich Lust auf das was er tut. Lust auf die neuen Songs. Lust auf die neuen Themen wie Flüchtlinge und Internet. Und ungebrochen ist die Lust auf die alten Erfolgssongs. Das Repertoire ist schier unerschöpflich.

Sein Dank, seine Liebesbekundungen an die Fans. Es ist so echt. So glaubwürdig. Er genießt es. Sichtlich. Glücklich. Sonnt sich im Applaus. Hält inne. Beseelt. Lächelnd. Grinsend und in Siegerpose.

Es ist jeden Cent wert. Auf „gut“ war ich vorbereitet, aber es war phantastisch. Ich werd es wieder tun!!

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3 Gedanken zu “Ich war bei Grönemeyer

  1. Ich habe schon oft gehört, dass Grönemeyer eine Konzertgranate sein muss, und ich höre seine Musik gerne, auch wenn ich nie up-to-date bin, wie ich gestehen muss. Wie du es beschreibst, war es ein famoses Happening. Pop-Poet? Ja, wenn man die Nuschelhürde genommen hat. 🙂

    Aber so banal es sein mag, treibt mich die Frage um: Was ist das für ein Drink?
    So prominent portraitiert, ich finde, da verdient er auch einen Namen.

    • Wo Du Recht hast, hast Du Recht!
      Es ist ein Cosmopolitan und er war als „Absacker“ nach dem Konzert in der Hotelbar die perfekte Wahl für mich.

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