Demut.#Schreibzeit

 

Bine von Was Eigenes hat uns diesen Monat ein wirklich schweres Thema gegeben wie ich finde.

Demut!

Mein erster Gedanke bei dem Wort Demut……ach herrje, gibt es diesen Begriff überhaupt noch in der heutigen Zeit? Wann habe ich ihn das letzte Mal gehört? Kann, muss, will ich darüber schreiben? Oder vielleicht diesen Monat mal nicht? Setze ich vielleicht mal aus?Dauernd war das Thema in meinem Kopf, aber wirklich der richtige Text entstand den ganzen Monat nicht. Stichworte. Ja. Gedankenfetzen. Auch. Verstehe ich den Begriff überhaupt? Was beinhaltet er wirklich? Bilder die ich spontan vor mir sehe sind diese:

Menschen, die bei der Priesterweihe bäuchlings vor dem Altar liegen.

Nonnen, die in Klöstern niedere Arbeiten verrichten….zum Wohle der Allgemeinheit.

Jesus hat beim letzten Abendmahl seinen Jüngern die Füße gewaschen.

Szenen aus dem Buch „Eat Pray Love“ von Elizabeth Gilbert im „Indien Abschnitt“ wo Elizabeth im Ashram die Aufgabe bekommt stundenlang die Tempelböden aus kaltem Marmor zu schrubben.

Ich verstehe Demut so: Die Dinge hinnehmen ohne sie steuern zu wollen. Ohnmächtig etwas gegenüberstehen, aber ohne Verzweiflung. Sich in das Leben, in die Dinge einfügen mit dem Gedanken, dass schon alles gut werden wird. Demut hat, so denke ich, viel mit Glauben und Vertrauen zu tun und Demut und Zufriedenheit gehen wohl oft zusammen.

Sei es Krankheit, sei es Verlust, sei es eine Naturgewalt. Etwas nicht ändern können und sich voller Vertrauen in die Hände des Schiksals geben ohne vorher „auszugucken“ was dabei herauskommen könnte. Ohne es kontrollieren zu wollen. Ohne es steuern zu wollen.

Nicht Hadern, denn Hadern bringt nichts. Sich bewusst zu sein, dass man selbst nur ein winziger Teil des Großen Ganzen ist und sich alles ineinander fügt.

Ist Demut das Gegenteil von Hochmut? Oder Stolz? Ich bin nicht sicher, dass ich den Begriff richtig gedeutet, richtig verstanden habe.

Sind demütige Menschen schwache Menschen? Ich glaube nicht. Eher im Gegenteil.

Alles zu versuchen was in der eigenen Macht liegt….klar, so soll es sein, und dann demütig loslassen und auf das Schiksal oder auf das Universum vertrauen, dass das Richtige passieren wird. Und dabei zu einer heiteren Gelassenheit zu finden.

Alles ist im Fluss.

 

2 Gedanken zu “Demut.#Schreibzeit

  1. Als ich „Hinnehmen ohne Steuern zu wollen“ las, tat ich mich erst schwer, das mit einer demütigen Haltung übereinzubringen. Ich habe mir auf Wikipedia mal die Definition von Demut angesehen, um meinen Gedanken auf die Sprünge zu helfen. Dort heisst es u.a. erklärend: „Der Demütige erkennt und akzeptiert aus freien Stücken, dass es etwas für ihn Unerreichbares, Höheres gibt.“ Und als ich mir das alles mal durch den Kopf gehen ließ, habe ich festgestellt, dass das, was du geschrieben hast, tatsächlich gut passt.
    Witzig fand ich aber auch auf Wikipedia zu lesen, dass das Wort aus dem Althochdeutschen Wort für „dienstwillig“ bzw. „Gesinnung des Dienenden“ entstanden ist. Dieser Gedanke des „Anderen-Dienen“ ist in unserer Gesellschaft nicht mehr sehr präsent, was ja auch zeigt, dass du wie auch ich die Demut erst mal mit der Religion verbunden haben. Deshalb ist es auch so schwierig, eine Einstellung zur Demut zu haben, glaube ich, da man meint, die Demut gehöre nicht in den profanen Alltag. In der „Ich-Gesellschaft“ will ja niemand Diener sein. Jeder will Herr sein oder, um mit deinem Vergleich zu sprechen, am Steuer stehen.

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